Die Entstehung der Massenmedien
ist möglicherweise nur das Ergebnis einer nachlaufenden technischen Entwicklung
der Verbreitungsmedien, die den Anforderungen der modernen funktional differenzierten
Gesellschaft noch nicht genügte. Das ändert sich nun mit den Möglichkeiten, die
das Internet als technische Infrastruktur für Informationsverbreitung bietet.
Aktuell geht man noch von der Annahme aus, dass die soziale Evolution der technischen
Entwicklung hinterherrennt, so z. B. Dirk Baecker mit seiner next society (vgl.
2007). Das was er als nächste Gesellschaft beschreibt, wird hier als eine
Beschreibung der modernen Gesellschaft interpretiert. Der Vorschlag lautet die
umgekehrte Variante zu testen: die
technische Entwicklung läuft der sozialen Entwicklung hinterher. Das
Internet ist das Verbreitungsmedium der modernen Gesellschaft und verhilft ihr
erst dazu ihre Möglichkeiten voll zu entfalten. Es bricht die
Gatekeeperfunktion der etablierten Massenmedien und eröffnet den Kampf um die
Deutungshoheit zwischen all jenen, die sich berufen fühlen Experte für ein
bestimmtes Thema zu werden. Mit anderen Worten, das Internet hat den Kampf um Aufmerksamkeit erst richtig eröffnet.
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Dienstag, 22. Oktober 2013
Freitag, 21. Juni 2013
Die Beobachtung der Beobachtung 2 - Kommunikation und Image
Das gemeinsame Band zwischen ‚uns‘ kann der andere
sein.
Ronald D. Laing*
Ronald D. Laing*
Im
letzten Blog-Beitrag wurde ausgiebig Gorgonenbetrachtung
betrieben. Gorgonenbetrachtung bezeichnet im Anschluss an Niklas Luhmann den
Umgang mit Paradoxien (vgl. 1991). Zuletzt wurde herausgearbeitet, dass
Paradoxien als nicht-eliminierbare Identitätsprobleme jeglicher Informationsgewinnung
und –verarbeitung durch Beobachten zugrunde liegen. Der Grund dafür findet sich in der
paradoxen Konstitution der Beobachtung als basaler Operation von sozialen und psychischen
Systemen. Diese Operation ist das Beobachten im Sinne des Bezeichnens mit Hilfe
einer Unterscheidung. Versucht man nun diese Operation selbst zu beobachten,
also zu unterscheiden und zu bezeichnen, dann wird das weitere Beobachten
blockiert. Genau das wurde im letzten Beitrag getan. Man trifft an diesem Punkt
auf die Selbstreferenz der Unterscheidung als sachliche, soziale und zeitliche
Paradoxie der Form. Einige der dabei auftretenden Probleme für die
Informationsgewinnung und –verarbeitung beobachtender Systeme wurden
aufgezeigt. Bei der Beobachtung der Beobachtung als Anwendung einer
Unterscheidung auf sich selbst trifft man auf eine für die weitere Entwicklung
bzw. Differenzierung eines Systems wichtige Bifurkation. Bei der
Selbstreflektion kommt es entweder zum re-entry,
des Wiedereintritts der Unterscheidung auf ihrer Innenseite. Das System kann
auf diese Weise seinen eigenen blinden Fleck beobachten und Lernen. Durch
Selektion und Restabilisierung gelingt es einem System sich selbst zu ändern.
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Dienstag, 16. Oktober 2012
Beobachtbarkeit - Risiko und Gefahr
Der
letzte Blog-Beitrag endete mit der Beobachtung, dass durch das Internet die
technischen Möglichkeiten der Beobachtung von Beobachtern immens erweitert
wurden und die Gesellschaft sich deswegen mit einem unglaublichen Maß an
selbsterzeugter Kontingenz konfrontiert. Dem gegenüber hat sich aber ein
Bewusstsein für die damit verbundene gewollte oder ungewollte Anziehung der
Aufmerksamkeit noch nicht in ausreichendem Maße gebildet obwohl Beobachtbarkeit
an sich nichts grundsätzlich Neues ist. Dieses Bewusstsein wurde auch als
Aufmerksamkeit für Aufmerksamkeit bezeichnet. Das mag zunächst eine recht
magere Diagnose sein. Berücksichtigt man aber, dass man sich hier auf
gesellschaftstheoretischer Ebene bewegt und von Funktions-, Organisations- und
Interaktionssystemen abgesehen wird, dann lässt sich nicht mehr sagen.
Gesellschaft ist das umfassende System. Außerhalb der Gesellschaft gibt es
keine sozialen Systeme. Die eingenommene Perspektive abstrahierte somit von
jeglichen Beobachtungsverhältnissen, weil es keine Fremdbeschreibungen von
gesellschaftsexternen Beobachtern geben kann. Bevor die innergesellschaftlichen
Beobachtungsverhältnisse in den Blick genommen werden, soll zunächst
verdeutlicht werden was mit Aufmerksamkeit für Aufmerksamkeit [1] gemeint ist
bzw. wie sich diese im Alltag bemerkbar macht.
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